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Ungarn · Gesundheitsversorgung

Gesundheitsversorgung in Ungarn für Rentner

KVdR und Formular S1, Pflegegeld in Ungarn, Zuzahlungen, NEAK-Vereinbarung und Privatversicherung für Nicht-EU-Bürger, Krankenhäuser und Pflegeheime.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

Wie Rentner in Ungarn krankenversichert sind, hängt vom Pass ab. Gesetzlich versicherte Rentner aus Deutschland bleiben in ihrer deutschen Krankenkasse und zahlen die Beiträge weiter in Deutschland (Stand Oktober 2026). Mit dem Formular S1, das bei der ungarischen Regierungsbehörde registriert wird, nutzen sie das öffentliche System der Krankenversicherungskasse NEAK wie ungarische Versicherte, und bei Besuchen in Deutschland gilt die elektronische Gesundheitskarte in vollem Umfang. Auch das Pflegegeld von 347 bis 990 € im Monat wird nach Ungarn gezahlt. US-Amerikaner, Kanadier und Australier haben kein Abkommen mit Ungarn und müssen für ihre Aufenthaltserlaubnis eine volle Krankenversicherung nachweisen: eine internationale Privatversicherung, weil ungarische Privatpolicen ab 69 oder 70 Jahren nicht mehr verkauft werden, oder eine NEAK-Vereinbarung für 161.400 Forint (rund 445 €) im Monat mit 24 Monaten nur Notfallversorgung. Die öffentlichen Krankenhäuser sind unterfinanziert und bei geplanten Operationen langsam, private Versorgung in Budapest ist dagegen günstig: Ein Facharztbesuch kostet rund 100–140 €.

Wie gut ist die Gesundheitsversorgung in Ungarn?

Das öffentliche Gesundheitswesen in Ungarn ist günstig und breit zugänglich, seine Ergebnisse gehören aber zu den schwächsten in der EU; private Versorgung in Budapest ist kompetent und preiswert. Die Krankenversicherungskasse NEAK ist Ungarns einziger gesetzlicher Versicherer und deckt rund 96 % der Bevölkerung ab. Laut Länderprofil Gesundheit 2025 von OECD und Europäischem Observatorium gab Ungarn 2023 pro Kopf 1.925 € für Gesundheit aus, etwa die Hälfte des EU-Durchschnitts von 3.832 €, und die behandelbare Sterblichkeit lag 2022 bei 178 Todesfällen je 100.000 Einwohner, doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt von 90.

Die Lebenserwartung betrug 2024 77,0 Jahre, 4,7 Jahre unter dem EU-Schnitt. Auf 1.000 Einwohner kommen 3,6 praktizierende Ärzte und 5,5 Pflegekräfte (EU: 4,3 und 8,5), und Patienten zahlen 23 % aller Gesundheitsausgaben selbst, vor allem für Medikamente (EU: 16 %). Das Auswärtige Amt schreibt, die staatlichen Krankenhäuser entsprächen nicht immer westeuropäischen Standards, private Krankenhäuser in Großstädten seien zufriedenstellend. RetireFinder bewertet die Gesundheitsversorgung in Ungarn mit 3 von 5, wie Griechenland. Kein ungarisches Krankenhaus konnte als von der Joint Commission International (JCI) akkreditiert bestätigt werden, und die Webseiten öffentlicher Krankenhäuser außerhalb Budapests sind meist nur auf Ungarisch.

Bleiben deutsche Rentner in Ungarn gesetzlich krankenversichert?

Ja. Wer eine Rente der Deutschen Rentenversicherung bezieht, in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) ist und in Ungarn weder arbeitet noch eine ungarische Rente bezieht, bleibt bei seiner deutschen Krankenkasse versichert und zahlt die Beiträge weiter in Deutschland. In Ungarn fallen keine Beiträge an, und ein Wechsel in die ungarische Versicherung ist nicht möglich. Das gilt auch für Bezieher einer Leistung aus einem Versorgungswerk oder einer Beamtenpension mit gesetzlicher Versicherung. Die Krankenkasse stellt das Formular S1 aus, für jedes Familienmitglied ein eigenes. In Ungarn erhalten Sie damit Sachleistungen wie Arztbehandlung, Krankenhaus, Medikamente und Hilfsmittel wie ein ungarischer Versicherter, einschließlich der ungarischen Zuzahlungen; Geldleistungen kommen weiter aus Deutschland. Bei vorübergehenden Aufenthalten in Deutschland nutzen Sie die elektronische Gesundheitskarte in vollem Umfang, ein Vorteil gegenüber US-amerikanischen oder britischen Rentnern. Die Familienversicherung richtet sich ab dem Umzug nach ungarischen Regeln. Beziehen Sie zusätzlich eine ungarische Rente oder arbeiten Sie in Ungarn, wird Ungarn zuständig. Grundlage ist das Merkblatt der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA) vom 1. August 2025.

Wie registrieren Sie das Formular S1 in Ungarn?

Das S1 wird bei der Abteilung Krankenversicherung der Regierungsbehörde (kormányhivatal) des Komitats registriert; alternativ übermittelt die Krankenkasse die Daten elektronisch. Für Hévíz und Keszthely ist das Komitat Zala zuständig (8900 Zalaegerszeg, Kossuth u. 9-11), für Pécs das Komitat Baranya (7645 Pécs, Nagy Lajos király útja 3), für Sopron und Győr das Komitat Győr-Moson-Sopron (9023 Győr, Szabolcska M. u. 1/A) und für Budapest die Stelle in der Teve u. 1/a-c (1139 Budapest); Balatonfüred gehört zum Komitat Veszprém. Danach erhalten Sie eine TAJ-Nummer, die ungarische Sozialversicherungsnummer, melden sich bei einem Hausarzt mit NEAK-Vertrag an und brauchen für Fachärzte und geplante Krankenhausbehandlungen eine Überweisung. Die NEAK verlangt von allen, die in Ungarn wohnen, aber im Ausland versichert sind, innerhalb von 15 Tagen ein Meldeformular bei der Regierungsbehörde, sonst droht ein Bußgeld. Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt nur für Besuche und ist kein Nachweis für den Wohnsitz, auch wenn die Seite der Deutschen Botschaft sie so darstellt; für den Wohnsitz ist laut DVKA das S1 maßgeblich.

Welche Zuzahlungen gelten in Ungarn, und wie bekommen Sie Medikamente?

Mit dem S1 zahlen Sie in Ungarn dieselben Zuzahlungen wie Ungarn. Bei Medikamenten tragen Patienten den Unterschied zwischen Verkaufs- und Erstattungspreis; die meisten Medikamente werden zu 0 bis 80 % erstattet, laut DVKA zahlen Patienten meist 20, 45 oder 75 % der Kosten, bei bestimmten Wirkstoffen 10, 30 oder 50 %. Selbst voll erstattete Medikamente kosten pauschal 300 Forint (rund 0,80 €), etwa bei manchen Mitteln gegen chronische Krankheiten. Wahlleistungen und Zusatzleistungen im Krankenhaus zahlen Sie zu 100 % selbst. Zahnbehandlung ohne Überweisung gibt es im öffentlichen System nur im Notfall. Ein Rezept aus einem anderen EU-Land gilt in ungarischen Apotheken, wenn es Patient, verschreibenden Arzt sowie Wirkstoffname, Stärke und Dosierung des Medikaments nennt. Für Rezepte aus den USA, Kanada oder Australien gilt diese EU-Regel nicht; dort muss ein ungarischer Arzt neu verschreiben.

Wird das deutsche Pflegegeld nach Ungarn gezahlt?

Ja. Die Pflegeversicherung folgt der Krankenversicherung: Wer in der KVdR bleibt, bleibt auch in der deutschen Pflegeversicherung. Nach § 34 Abs. 1a SGB XI ruhen Pflegegeld (§ 37) und anteiliges Pflegegeld (§ 38) nicht, solange Sie in einem EU- oder EWR-Staat oder der Schweiz wohnen. Gezahlt werden 347 € im Pflegegrad 2, 599 € im Pflegegrad 3, 800 € im Pflegegrad 4 und 990 € im Pflegegrad 5 im Monat, gültig seit 1. Januar 2025. Ebenfalls exportiert werden Rentenbeiträge für pflegende Angehörige, die Verhinderungspflege gegen Nachweis bis zu acht Wochen im Jahr (§ 39 SGB XI; ein älteres Merkblatt der DVKA nennt noch sechs) und das Pflegeunterstützungsgeld.

Sachleistungen wie ein Pflegedienst, ein Heimplatz oder Pflegehilfsmittel kommen dagegen aus dem ungarischen System, und ihre Kosten werden auf das Pflegegeld angerechnet; melden Sie sie sofort der Pflegekasse, sonst drohen Rückforderungen. Ungarn selbst bietet Pflegesachleistungen, aber kein eigenes Pflegegeld. Die Begutachtung erfolgt nach deutschen Kriterien bei Ihnen zu Hause in Ungarn, und für den Beratungseinsatz gibt es ein deutsch-ungarisches Nachweisformular. In einem Land außerhalb der EU ohne Abkommen endet die Pflegeversicherung dagegen, und Pflegegeld gibt es nur bei vorübergehenden Aufenthalten bis zu acht Wochen im Jahr.

Was gilt für privat Versicherte und Frührentner ohne S1?

Wer privat versichert ist, klärt die Fortführung des Vertrags vor dem Umzug mit dem Versicherer, wie die Deutsche Botschaft empfiehlt; ob eine Police einen dauerhaften Wohnsitz in Ungarn abdeckt, hängt von den Bedingungen ab. Ein Wechsel aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist im Rentenalter in der Regel nicht mehr möglich. EU-Bürger ohne S1, etwa Frührentner, die noch keine gesetzliche Rente beziehen, können der NEAK beitreten, indem sie den Gesundheitsbeitrag von 12.300 Forint (rund 34 €) im Monat zahlen, aber erst nach einem Jahr ununterbrochenem gemeldetem Wohnsitz in Ungarn (Gesetz CXXII von 2019, § 43 Abs. 2).

Im ersten Jahr brauchen sie eine Privatversicherung oder eine NEAK-Vereinbarung. Ungarische private Krankenversicherungen sind ab 69 oder 70 Jahren nicht mehr abschließbar: Union Biztosító verkauft Policen bis 69, Medicare Biztosító (ein ungarischer Versicherer, nicht die US-Medicare) bis 70, und beide Verträge enden um den 70. Geburtstag. Der internationale Versicherer William Russell nimmt Antragsteller unter 76 auf. Achten Sie darauf, dass Rücktransport und Rückführung eingeschlossen sind, denn weder EHIC noch S1 zahlen sie.

Was gilt für Rentner aus Österreich und der Schweiz?

Österreichische Rentner, die in Ungarn keine Pension beziehen, bleiben über die österreichische Krankenversicherung abgesichert; der ungarische Träger erbringt die Sachleistungen, und der Krankenversicherungsbeitrag wird von der Pension einbehalten. Die Pensionsversicherungsanstalt zahlt die Pension monatlich im Nachhinein auf ein Konto Ihrer Wahl und verlangt jedes Jahr bis Mitte Juni eine Lebensbestätigung, sonst wird die Zahlung ausgesetzt. Schweizer AHV-Rentner mit Wohnsitz in einem EU- oder EFTA-Staat unterstehen der Schweizer Krankenversicherungspflicht nach dem KVG, abgewickelt über die Gemeinsame Einrichtung KVG. Für Schweizer im Ausland deckt eine Gönnerschaft der Rega für 40 Franken im Jahr Rückholflüge ab. Die EU-Koordinierungsregeln gelten über die bilateralen Abkommen auch für die Schweiz. Ob österreichisches Pflegegeld nach Ungarn gezahlt wird, konnte RetireFinder nicht bestätigen; fragen Sie die Pensionsversicherungsanstalt.

Welche Krankenversicherung brauchen Nicht-EU-Rentner in Ungarn?

US-Amerikaner, Kanadier und Australier müssen für den Aufenthalt eine Krankenversicherung nachweisen, und kein Abkommen hilft ihnen. Das Gesetz XC von 2023 (§ 17 Abs. 1 g) verlangt von jedem Nicht-EU-Einwohner eine volle Absicherung oder die Mittel, die Behandlung selbst zu bezahlen, und ein Verlust der Absicherung ist ein Grund, die Aufenthaltserlaubnis zu entziehen. US-Medicare zahlt Behandlungen außerhalb der USA in der Regel nicht. Es bleiben zwei Wege: eine internationale Privatversicherung oder eine Vereinbarung mit der NEAK, die auch Inhaber der Aufenthaltserlaubnis für Gastinvestoren abschließen können.

Die Vereinbarung kostet 50 % des Mindestlohns: 161.400 Forint (rund 445 €) im Monat oder rund 5.350 € im Jahr 2026, und sie steigt mit dem Mindestlohn. In den ersten 24 Monaten deckt sie nur Notfälle ab, es sei denn, Sie zahlen bei Vertragsschluss 25 Monatsbeiträge (4.035.000 Forint, rund 11.100 € pro Person); die TAJ-Karte gibt es erst nach dieser Einmalzahlung. Erkrankungen, die bei der vorgeschriebenen, kostenpflichtigen Eingangsuntersuchung festgestellt werden, sind dauerhaft ausgeschlossen (§ 52 Abs. 3), Zahnbehandlung bleibt auf Notfälle beschränkt, und Behandlungen in anderen EWR-Staaten sind nicht gedeckt. Nach unserer eigenen Analyse bleibt der günstige Beitrag von 12.300 Forint Nicht-EU-Bürgern mindestens 3 Jahre verschlossen, weil er den langfristigen Status mit Prüfung auf Ungarisch voraussetzt.

Wie lang sind die Wartezeiten auf Operationen in Ungarn?

Geplante Operationen sind die größte Schwäche des öffentlichen Gesundheitswesens. 2024 warteten 74 % der Patienten mit Hüftgelenkersatz, 78 % der Patienten mit Kniegelenkersatz und 29 % der Patienten mit Grauem Star länger als drei Monate (Länderprofil Gesundheit 2025). Im September 2026 gemeldete Wartelisten der NEAK zeigten durchschnittlich 310 Tage für eine Operation am Grauen Star im Markhot-Ferenc-Krankenhaus im Komitat Heves und 246 Tage in Nagykanizsa; die NEAK bietet auf neak.gov.hu eine Wartelistenabfrage an. Seit Mai 2026 gibt es ein eigenes Gesundheitsministerium, und Gesundheitsminister Zsolt Hegedűs hat Geld für Operationen am Nachmittag und am Wochenende angekündigt, um die Wartelisten zu verkürzen. Das informelle „Dankgeld“ für Ärzte ist, abgesehen von kleinen Geschenken, eine Straftat, seit die Arztgehälter ab 2021 mehr als verdoppelt wurden. Viele Zugezogene kombinieren öffentliche Versorgung mit Privatbesuchen: Ein Hüftgelenkersatz als Paket in einer Budapester Privatklinik beginnt bei rund 8.800 €.

Welche Krankenhäuser und Kliniken nutzen Rentner in Budapest?

Budapest hat die vollständigste Krankenhausversorgung Ungarns. Das Klinische Zentrum der Semmelweis-Universität ist der größte Gesundheitsanbieter des Landes und behandelt auch nicht versicherte Patienten aus der EU und von außerhalb gegen Rechnung, über einen eigenen Selbstzahlerbereich namens Semmelweis Premium; das Nationale Herz-Kreislauf-Institut Gottsegen György und das Nationale Onkologische Institut liegen ebenfalls in der Hauptstadt. Zugezogene nutzen FirstMed (Hattyú utca 14), eine englischsprachige Hausarztpraxis mit 24-Stunden-Telefon und Direktabrechnung mit über 120 Privatversicherern, Duna Medical Center und Buda Health Center für Untersuchungen und Gelenkoperationen sowie das Krankenhaus der Medicare-Gruppe in der Váci út, früher Medicover, das täglich ohne Termin Notfälle behandelt. Die Deutsche Botschaft führt eine Liste deutschsprachiger Ärzte (Stand 13. November 2025), die nur Budapest abdeckt, darunter FirstMed, das Rózsakert Medical Center, Medicover, das Budai Egészségközpont, das Szent-János-Krankenhaus und das Traumazentrum. Rentner mit S1 nutzen im öffentlichen System Hausärzte und Krankenhäuser mit NEAK-Vertrag, darunter Semmelweis.

Welche Krankenhäuser gibt es am Plattensee, in Pécs und in Sopron?

Außerhalb Budapests richtet sich die Krankenhausversorgung nach der Größe des Orts. Am Plattensee hat Hévíz die staatliche Rheumaklinik Szent András am Seeufer; die NEAK zahlt dort auf ärztliche Verordnung bis zu zwei Kuren im Jahr, ein Notfallkrankenhaus ist sie aber nicht. Das Krankenhaus in Keszthely, 8 km entfernt, hat eine Notaufnahme, Intensivstation, Innere Medizin und Chirurgie, aber keine Kardiologie oder Onkologie; komplexe Fälle gehen ins Komitatskrankenhaus in Zalaegerszeg, rund 35 Minuten von Hévíz und 45 Minuten von Keszthely. Balatonfüred hat das Staatliche Herzkrankenhaus, das kardiologische Notfallzentrum des Komitats Veszprém, mit Stents, Herzschrittmachern und Behandlung von Herzrhythmusstörungen; für andere Notfälle ist das Komitatskrankenhaus in Veszprém 24 Minuten entfernt. Das Klinische Zentrum der Universität Pécs ist das einzige Krankenhaus auf Universitätsniveau in Südtransdanubien. Das Erzsébet-Lehrkrankenhaus in Sopron ist ein Schlaganfallzentrum der Grundversorgung, komplexe Versorgung gibt es in Győr, rund 1 Stunde und 15 Minuten entfernt. Die Botschaftsliste deutschsprachiger Ärzte enthält keine Einträge am Plattensee oder in Hévíz.

Was kosten Privatärzte, Untersuchungen und Operationen in Ungarn?

Private Versorgung kostet in Ungarn einen Bruchteil westeuropäischer Preise. Veröffentlichte Budapester Preise: Ein Facharztbesuch kostet 37.000 bis 50.000 Forint (rund 100–140 €) im Duna Medical Center und im Buda Health Center und ab 48.500 Forint (rund 135 €) bei FirstMed, eine MRT einer Region ab 53.000 Forint (rund 145 €), eine Operation am Grauen Star ab 320.000 Forint (rund 880 €) pro Auge und das Hüftgelenk-Paket von Duna für über 70-Jährige ab 3.190.000 Forint (rund 8.800 €), Prothese inklusive. Eine Regionalklinik von Doktor24 berechnet für einen Facharzt ab 23.000 Forint (rund 65 €). Häusliche Krankenpflege in Budapest kostet 8.000 Forint (rund 22 €) für die erste Stunde und 6.000 Forint (rund 16,50 €) für jede weitere. Für Rentner mit S1 sind solche Preise vor allem dann wichtig, wenn sie Wartelisten umgehen wollen, denn das S1 deckt Leistungen des öffentlichen Systems; private Behandlungen zahlen sie selbst.

Was kosten Pflegeheime und häusliche Pflege in Ungarn?

Altenpflege ist in Ungarn nach westlichen Maßstäben günstig, aber staatliche Heime hängen vom Aufenthaltsstatus ab, und nur private Heime veröffentlichen Preise. Staatliche und kirchliche Pflegeheime berechnen nach Einkommen und Vermögen (Gesetz III von 1993, § 117): Das persönliche Entgelt darf bis zu 80 % des monatlichen Einkommens betragen, und wer Ersparnisse über einem Jahresentgelt oder nennenswertes Immobilienvermögen hat, zahlt daraus bis zum vollen Heimentgelt. Das Sozialgesetz erfasst ungarische Staatsbürger, langfristig Aufenthaltsberechtigte und EU-Bürger, die seit mehr als drei Monaten gemeldet sind; Nicht-EU-Rentner mit befristeter Erlaubnis sind nach unserer Auslegung wahrscheinlich ausgeschlossen.

Lokale private Heime im Verzeichnis idosekotthonakereso.hu beginnen bei rund 820 € im Monat. Gehobene Einrichtungen bei Budapest kosten 1.200–1.500 € im Monat, teils mit einer einmaligen Eintrittszahlung ab 14.242 €, und eine im Komitat Nógrád hat eine eigene Demenzstation. Deutschsprachiges betreutes Wohnen bei Hévíz, ebenfalls in gehobenen Einrichtungen, kostet 1.555–2.931 € im Monat, mit oder ohne Pflege. Für Heime im Zentrum von Budapest, in Pécs und im Ort Hévíz gibt es keine veröffentlichten Preise; holen Sie Angebote ein und fragen Sie, ob ausländische Bewohner denselben Preis zahlen. Das deutsche Pflegegeld wird nach Ungarn gezahlt, ungarische Sachleistungen werden darauf angerechnet.

Häufig gestellte Fragen

Bleibe ich als deutscher Rentner in Ungarn gesetzlich krankenversichert?

Ja, wenn Sie in der KVdR sind und in Ungarn weder arbeiten noch eine ungarische Rente beziehen. Sie bleiben bei Ihrer deutschen Krankenkasse, zahlen die Beiträge weiter in Deutschland und nutzen mit dem Formular S1 das öffentliche System in Ungarn wie ungarische Versicherte, einschließlich der Zuzahlungen. Bei Besuchen in Deutschland gilt die elektronische Gesundheitskarte in vollem Umfang. Die EHIC ist kein Nachweis für den Wohnsitz.

Wird das Pflegegeld nach Ungarn gezahlt?

Ja. Nach § 34 Abs. 1a SGB XI wird das Pflegegeld in EU-Staaten weitergezahlt: 347 € (Pflegegrad 2), 599 € (Pflegegrad 3), 800 € (Pflegegrad 4) und 990 € (Pflegegrad 5) im Monat. Ungarische Pflegesachleistungen werden darauf angerechnet, ein eigenes ungarisches Pflegegeld gibt es nicht. Verhinderungspflege ist bis zu acht Wochen im Jahr möglich.

Muss ich mich als Rentner in Ungarn freiwillig versichern?

Nicht, wenn Sie gesetzlich versichert sind und eine deutsche Rente beziehen: Dann bleiben Sie über das S1 in Ihrer deutschen Krankenkasse, auch wenn manche Auswandererseiten anderes schreiben. Eine eigene Absicherung brauchen EU-Bürger ohne S1, etwa Frührentner, die der NEAK erst nach einem Jahr Wohnsitz für 12.300 Forint (rund 34 €) im Monat beitreten können, sowie Nicht-EU-Bürger.

Ist die NEAK-Vereinbarung ein sofortiger Versicherungsschutz?

Nein, auch wenn manche Webseiten sie so darstellen. Die NEAK-Vereinbarung kostet 2026 161.400 Forint (rund 445 €) im Monat, deckt in den ersten 24 Monaten aber nur Notfälle ab, es sei denn, Sie zahlen bei Vertragsschluss 25 Monatsbeiträge (4.035.000 Forint, rund 11.100 € pro Person). Erkrankungen, die bei der vorgeschriebenen Eingangsuntersuchung festgestellt werden, sind dauerhaft ausgeschlossen, und Zahnbehandlung bleibt auf Notfälle beschränkt.

Kann man in Ungarn nach 70 noch eine Krankenversicherung abschließen?

Nicht bei ungarischen Versicherern. Union Biztosító verkauft Krankenpolicen nur bis 69 und Medicare Biztosító bis 70, und beide Verträge enden um den 70. Geburtstag. Ältere Nicht-EU-Rentner brauchen einen internationalen Tarif; William Russell etwa nimmt Antragsteller unter 76 auf. Kein Versicherer veröffentlicht Prämien für Rentner in Ungarn nach Alter, holen Sie also schriftliche Angebote ein.

Gibt es deutschsprachige Ärzte in Ungarn?

In Budapest ja. Die Deutsche Botschaft führt eine Liste deutschsprachiger Ärzte (Stand 13. November 2025), darunter FirstMed, das Rózsakert Medical Center, Medicover, das Budai Egészségközpont und das Szent-János-Krankenhaus. Die Liste deckt nur Budapest ab und enthält keine Einträge am Plattensee oder in Hévíz. Webseiten öffentlicher Krankenhäuser außerhalb Budapests sind meist nur auf Ungarisch.

Was kostet ein Pflegeheim in Ungarn?

Lokale private Heime veröffentlichen Preise ab rund 820 € im Monat. Gehobene Einrichtungen bei Budapest kosten 1.200–1.500 € im Monat, teils mit einer einmaligen Eintrittszahlung ab 14.242 €, und deutschsprachiges betreutes Wohnen bei Hévíz kostet 1.555–2.931 €. Staatliche und kirchliche Heime behalten bis zu 80 % des Einkommens ein und greifen auf Ersparnisse über einem Jahresentgelt zu. Für das Zentrum von Budapest und Pécs gibt es keine veröffentlichten Preise.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesetzlich versicherte Rentner aus Deutschland bleiben mit dem Formular S1 in ihrer deutschen Krankenkasse, zahlen die Beiträge weiter in Deutschland und nutzen das öffentliche System in Ungarn wie Ungarn.
  • Die elektronische Gesundheitskarte gilt bei Besuchen in Deutschland in vollem Umfang; die EHIC ist kein Nachweis für den Wohnsitz.
  • Das Pflegegeld von 347 bis 990 € im Monat wird nach Ungarn gezahlt; ungarische Sachleistungen werden angerechnet, ein ungarisches Pflegegeld gibt es nicht.
  • Nicht-EU-Rentner brauchen eine internationale Privatversicherung oder eine NEAK-Vereinbarung für rund 445 € im Monat, die 24 Monate nur Notfälle abdeckt, sofern nicht rund 11.100 € vorausgezahlt werden.
  • Ungarische private Krankenpolicen gibt es ab 69 oder 70 Jahren nicht mehr; kein Versicherer veröffentlicht Prämien für Rentner in Ungarn.
  • Die Ergebnisse des öffentlichen Systems gehören zu den schwächsten in der EU (behandelbare Sterblichkeit 178 je 100.000, EU 90), und 74 % der Hüftpatienten warteten 2024 länger als drei Monate.
  • Private Versorgung in Budapest ist günstig: Facharzt rund 100–140 €, MRT ab rund 145 €, Hüftprothese als Paket ab rund 8.800 €.

Quellen & Verweise

  1. DVKA: Merkblatt Krankenversicherung bei Wohnort im Ausland, KVdR-Rentner bleiben über das S1 deutsch versichert, Beiträge in Deutschland, eGK bei Besuchen in Deutschland (Stand 1. August 2025)
  2. DVKA: Merkblatt Urlaub in Ungarn, Ungarische Zuzahlungen und Anschriften der Krankenversicherungsabteilungen der Komitate (Stand 1. Januar 2026)
  3. DVKA: Merkblatt Pflegeversicherung bei Wohnort im Ausland, Export des Pflegegelds, Anrechnung ungarischer Sachleistungen, Ungarn ohne eigenes Pflegegeld (Stand 1. März 2023)
  4. § 34, § 37 und § 39 SGB XI, Pflegegeld 347 bis 990 € im EU-Ausland; Verhinderungspflege bis zu acht Wochen im Jahr
  5. Krankenversicherungskasse NEAK: Anspruch aufgrund einer Vereinbarung, Beitrag von 50 % des Mindestlohns, 24 Monate nur Notfälle, Vorauszahlung, TAJ-Karte und Zahnbehandlung, Aufenthaltsdokument erforderlich
  6. NEAK: Fragen zur Behandlung im Ausland, Registrierung des S1 bei der Regierungsbehörde, Meldeformular binnen 15 Tagen, Länder ohne Abkommen (USA, Kanada)
  7. NEAK: Gesundheitsbeitrag, 12.300 Forint im Monat 2026 nach einem Jahr gemeldetem Wohnsitz (Stand 28. Januar 2026)
  8. Gesetz CXXII von 2019 über Sozialversicherungsansprüche, § 43 Abs. 2 Wohnsitzjahr, § 49 Beitrag der Vereinbarung, § 52 Abs. 3 Ausschluss von Vorerkrankungen, § 52 Abs. 6 Vorauszahlung
  9. Gesetz XC von 2023 über Drittstaatsangehörige, § 17 Abs. 1 g volle Krankenversicherung als Aufenthaltsvoraussetzung; § 80 Abs. 1 b Entzug bei Verlust der Absicherung
  10. Gesetz III von 1993 über Sozialverwaltung (Sozialgesetz), § 3 erfasster Personenkreis; § 117 Heimentgelt bis 80 % des Einkommens plus Vermögen
  11. OECD / Europäisches Observatorium: Länderprofil Gesundheit 2025, Ungarn, Ausgaben, behandelbare Sterblichkeit, Lebenserwartung, Personal, Selbstzahleranteil, Wartezeiten (veröffentlicht am 11. Dezember 2025)
  12. Auswärtiges Amt: Ungarn, Reise- und Sicherheitshinweise, Medizinische Versorgung: staatliche Krankenhäuser nicht immer auf westeuropäischem Standard (Stand 13. Oktober 2026)
  13. Deutsche Botschaft Budapest: Ärzteliste, Deutschsprachige Ärzte, nur Budapest (Stand 13. November 2025)
  14. Pensionsversicherungsanstalt: Österreichische Pension im Ausland, Zahlung ins Ausland, Krankenversicherungsbeitrag, Sachleistungen durch den Wohnsitzträger (Stand 30. März 2026)
  15. Gemeinsame Einrichtung KVG: Versicherungspflicht, Schweizer Rentner mit Wohnsitz in EU oder EFTA unterstehen der KVG-Versicherungspflicht
  16. Rega: Gönnerschaft, 40 Franken im Jahr; Rückholung für Schweizer im Ausland
  17. Medicare.gov: Reisen außerhalb der USA, Medicare zahlt Behandlungen im Ausland in der Regel nicht
  18. Ihr Europa: Verschreibungen im Ausland, Gültigkeit von Rezepten aus anderen EU-Ländern (geprüft am 26. August 2026)
  19. Semmelweis-Universität: Gebühren, Gebühren für nicht versicherte Patienten aus der EU und von außerhalb
  20. Hévízi Szent András Reumakórház és Gyógyfürdő, Staatliche Rheumaklinik und Hévízer See
  21. Krankenhaus Keszthely: Abteilungen, Notaufnahme, Intensivstation, Innere Medizin, Chirurgie
  22. Staatliches Herzkrankenhaus Balatonfüred, Kardiologisches Notfallzentrum des Komitats Veszprém und Herzrehabilitation
  23. Klinisches Zentrum der Universität Pécs: Versorgung von Ausländern, Volle Gebühr für Patienten ohne anerkannte Versicherung
  24. Angels Initiative: Soproni Erzsébet Oktató Kórház, Schlaganfallzentrum in Sopron
  25. Duna Medical Center: Preise und Hüftgelenk-Pakete, Preise für Facharzt, MRT, Grauer Star und Hüftgelenkersatz
  26. Preislisten von Buda Health Center und FirstMed, Innere Medizin 43.000 bis 50.000 Forint (BHC); FirstMed-Fachärzte ab 48.500 Forint (gültig ab 1. Januar 2026)
  27. Preisliste Doktor24, Facharztbesuche in der Regionalklinik ab 23.000 Forint
  28. Union Biztosító und Medicare Biztosító: Bedingungen der Krankenversicherung, Eintrittsalter bis 69 (Union) und 70 (Medicare Biztosító); Vertragsende um 70
  29. William Russell: Internationale Krankenversicherung, Antragsteller müssen bei Vertragsbeginn unter 76 sein
  30. idosekotthonakereso.hu und Preisliste von Seniorpalace, Preise privater Pflegeheime (Einträge Mai bis Oktober 2026); betreutes Wohnen bei Hévíz, gültig ab 1. Mai 2026
  31. Otthonápolás és Szakápolás: Preisliste, Häusliche Krankenpflege in Budapest, 8.000 Forint erste Stunde, 6.000 Forint jede weitere
  32. Daily News Hungary: Reform der Wartelisten, Wartezeiten der NEAK beim Grauen Star und Geld des Gesundheitsministers für Operationen (27. September 2026)

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